Dienstag, 29. Januar 2008

School

Heute hatte ich das erste Mal die Moeglichkeit die Schule hier in Naganahalli zu besichtigen. Die Schule beginnt um 9:30 Uhr und Father Joseph ist mit mir um diese Zeit hingegangen. Die Schule befindet sich zwei Minuten zu Fuss hier vom Pfarrhaus. Das Bild, das sich mir auf dem Platz vor der Schule geboten hat, war sehr kurios. Die Schueler der Primary School stehen in Reih und Glied zum Morgenapell (assembly) stramm. Ich schaetze ungefaehr ihre Zahl. Es sind an die 400 kleine Boys und Girls, alle in Schuluniform. Dann werden Lieder gesungen, u.a. die Nationalhymne. Vorne stehen zwei Kinder, sie sind sozusagen die Chefs. “Attention!” – und dann singen alle aus voller Brust die indische Hymne. Zum Schluss geht ein Kind nach vorne, das Geburtstag hat. Alle beten fuer ihn. Father Joseph stellt mich vor, sagt, dass ich nur Englisch spreche, ich sage: “Kannada illa” (= ich spreche kein Kannada). Dann gruessen uns alle Kinder: “Good morning father, good morning Domnik!” (Inder verschlucken gerne Vokale). Dann geht es weiter zur Highschool, die gleich nebenan ist. Wieder alle in Reih und Glied. Diesesmal kommt mir die ganze Angelegenheit noch offizieller vor. Father Joseph geht nach vorne ueber die Treppen auf den offenen Gang und stellt sich vor die Schueler. Ich folge ihm natuerlich. Wir beide stehen nun 2 m hoeher als der Rest, wieder an die 400 Schueler, oder mehr. Ich komme mir wie ein britischer Offizier vor, zur Zeit der Kolonialherrschaft. Der Einfluss der Briten ist uebrigens an allen Ecken und Enden zu bemerken. Neben dem eben geschilderten Morgenapell ist Representation sehr wichtig. Cricket ist hier Nationalsport, auch von den Briten uebernommen. Nach dem Morgenapell gehe ich von Klasse zu Klasse, ich kenne bereits zwei Lehrer, sie sind sehr zuvorkommend, erklaeren mir alles. Ich kann auch bereits meine erste Englischstunde halten. Ich frage jeden Schueler nach seinem Namen, Heimatdorf, Berufswunsch und Hobbies. Nachher singe ich ihnen noch ein Lied vor. Zum Glueck kenne ich viel englische Lieder, ich kann sie hier sehr gut verwenden, um den Kindern Englisch zu lernen. Nebenbei singen sie auch noch sehr gerne. Spaeter gehe ich zur Primary School, dort gibt mir jede Klasse Tanzdarbietungen. Das Schulsystem funktioniert hier so, so viel ich verstanden habe. Primary School und Middle School geht bis in die 7. Klasse. 8., 9. und 10. Klasse ist Highschool, 10., 11. und 12. Klasse ist College bzw. Pre-University. In jeder Klasse sind zwischen 50 und 70 Schueler. Fuer mich gibt es also genug Arbeit, ich kann in der Highschool Englisch unterrichten, der Englischlehrer hilft mir beim Vorbereiten der Stunden.
Beim Abendessen frage ich die Tischgenossen, ob sie Hollywoodfilme kennen. Father Joseph hat mir naemlich erzaehlt, dass Inder movies ueber alles lieben. Zu meiner Ueberraschung kennen sie mindestens gleich viele Filme, wie ich. James Bond (sogar den neuen: Royal Casino), A beautiful mind (einer meiner Lieblingsfilme), Life is beautiful (unglaublich: sie kenne La vita e bella!), Gladiator (auch einer meiner Lieblingsfilme), Breaveheart (wollte ich immer schon schauen), Lord of the Rings, Matrix (alles favourite films!).
Ich sehe und erlebe hier jeden Tag etwas Neues. Unter anderem ist mir das Privileg einer guten Schulbildung bewusst geworden. Wenn ich wieder in Italien bin, werde ich jeden zuechtigen, der sich ueber die Schule aufregt. Hier sieht man, dass Bildung und Wissen das Tor zu einem guten Leben ist und viele Moeglichkeiten auftut. In meinen Gespraechen mit den Priestern, die eine gute Bildung haben, merke ich, wie viel meine Ausbildung, mein Oberschulabschluss wert ist. Ich kann mich auf ihrem Niveau mit ihnen unterhalten. Also: Education is a blessing!

7 Kommentare:

Manuela hat gesagt…

Hoi hoi!!

Manuela hat gesagt…

Jo i glab a dass mir be ins do net verstian wos mir für a glück hoben dass mir schual gian kennen. sein holt verwehnt!!

Anonym hat gesagt…

hoi domnik.., von wegen di inder hobm olls von di britn: des chefgetue hobm si sicher von ins ogschaug.
di als lehrer zu hobm muas a gonz witzig sein, zem kannt men an bledsinn mochn

Anonym hat gesagt…

moh de hobn obr an guatn gschmock mit filme. mir hom in burkina a "casino royal" gschaug mit di zivis..und no sou an ondern, "bourne" odr sou i woases nemer, sel wor a triologie, nor worn sie begeistert dass net lei sie gern triologien hintrenonder schaugn *g*

Anonym hat gesagt…

Education is a blessing! Isch fir mi zu spat. liabe griaß daad

h3 hat gesagt…

Mi dorreists do vellig :-)

@h2: i hon a aufgob fuer di! Bitte zehl die Tog seit 31. Juli 2007 noch und sog mir wer morgen schef, vize-schef und stift isch. LOL

@dad: kuane ongst, dein bua isch dorfir gscheid! Uebrigens gibs in Indien viel Londwirtschoft, i moch viele Fotos und versuach viel drueber zu erfohrn. I erzaehl dir donn olles.

Anonym hat gesagt…

hoi dominik
gfreit mi zu hearn dass du guat unkemmen bisch und di guat zurecht findesch und i hoff dir bleib dein "britischer" witz erhloten mochs guat und schreib fleissig weiter
olles guate diz